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Städtetipps
In der ältesten Stadt Baden-Württembergs trifft mittelalterliche Architektur auf moderne Technik. Vom historischen Stadtkern bis zur höchsten Aussichtsplattform Deutschlands – Rottweil zeigt, wie spannend Gegensätze sein können.
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Treffpunkt der Gegensätze
Durch den dunklen Bogen des Schwarzen Tors öffnet sich die Stadt wie ein gemaltes Bild. Hinter dem schweren Mauerwerk strahlen die Fassaden in warmen Farben, die Häuser dicht an dicht. Dass die Geschichte Rottweils weit zurückgeht, wird beim Betreten des mittelalterlichen Stadtkerns schnell spürbar. Die erstaunlich gut erhaltenen historischen Gebäude versetzen Besucher zurück in die Vergangenheit.
Autorin

Kleine Geschäfte fügen sich mit dekorativen Elementen in das Gesamtbild der Rottweiler Innenstadt ein.
Die Wurzeln Rottweils liegen im Römischen Reich, genauer gesagt in der Stadt Arae Flaviae. Nach heutiger Kenntnis war dies die einzige römische Stadt im heutigen Baden-Württemberg, die den Status eines Municipiums besaß. Damit war Arae Flaviae eine von Rom abhängige Stadt, deren Ratsmitglieder in der Regel das römische Bürgerrecht erhielten.
Neben der Rottweiler Historie sehen Besucher die gleichnamige Hunderasse schnell: Prominent platziert sticht in der Innenstadt das Denkmal eines Rottweilers hervor. Die genaue Herkunft der Hunderasse ist umstritten, im späten Mittelalter wurde sie wegen des hohen Aufkommens nach der Stadt Rottweil benannt.

Ein Denkmal der Rottweiler Hunderasse ziert die obere Hauptstraße des mittelalterlichen Stadtkerns.
Gerade aus der Ferne betrachtet weiß ich als Rottweilerin meine Heimatstadt mit all ihren Besonderheiten zu schätzen. Die Geschichte Rottweils ist nicht nur in Form von Gebäuden und Hunderassen verewigt. Traditionen werden über Generationen hinweg weitergegeben und gepflegt – so auch, wenn die fünfte Jahreszeit anbricht.
Huhuhu – wer sich am 16. oder 17. Februar 2026 in die Rottweiler Innenstadt begibt, wird höchstwahrscheinlich so oder so ähnlich begrüßt. Die Rottweiler Fastnacht (in regionaler Fachsprache: „Fasnet“) ist schon ein ganz besonderes Schauspiel.
Wer sich hier zum sogenannten Sprung begibt, der steht am besten schon um sieben Uhr morgens auf der Matte – Wehe dem, der sich in den großen Menschenmengen am Straßenrand vordrängelt oder den Rottweiler Sprung als Fasnachtsumzug oder gar Fasching bezeichnet.
Wer die Rottweiler selbst in Sachen Regelkonformität oder Pünktlichkeit zum Fasnetssprung übertreffen will, dem sei vermutlich davon abgeraten. Das traditionelle Fest hat für die Einheimischen einen außergewöhnlich hohen Stellenwert. Nicht umsonst wird es auch als die fünfte Jahreszeit bezeichnet.
Kurzum: Wer Außergewöhnliches erleben und alemannische Tradition bestaunen will, für den lohnt sich ein Besuch allemal. Am Montag und Dienstag gehen Groß und Klein im Kleidle die „Stadt nab“. Bedeutet nicht mehr, als sich der abfallenden Straße nach als Narr am Sprung zu beteiligen. Besucher stehen am Straßenrand, Kinder singen Lieder, um von den Narren Süßigkeiten zu ergattern. Mit etwas Glück gibt es auch eine Brezel oder für Erwachsene einen Schnaps.

Tradition wird bei der Rottweiler Fasnet von allen Generationen gelebt.
Neben der traditionellen Fasnet zeichnet sich Rottweil durch seine Türme aus. Zugegebenermaßen sticht einer besonders hervor – der Thyssenkrupp-Testturm. Mit seiner eindrucksvollen Verkleidung ragt der 2014 bis 2017 erbaute Turm sagenhafte 246 Meter aus dem Boden empor. Im Inneren werden mittels verschiedener Schächte zukünftige Aufzüge, etwa solche ohne Seile, mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu rekordverdächtigen 64,8 km/h getestet. Die Besucherplattform ist mit 232 Metern die Höchste in ganz Deutschland. Allein die rasante Aufzugsfahrt mit gleichzeitigem Blick nach draußen macht den Besuch zum Erlebnis, ganz zu schweigen von der Aussicht ganz oben.

Türme gibt es in Rottweil reichlich zu bestaunen: Besonders imposant ist der Thyssenkrupp-Testturm mit der höchsten Besucherplattform Deutschlands.
Weiter geht’s mit den Türmen: Im Stadtzentrum kann vom Hochturm der mittelalterliche Stadtkern mit der besonderen Dachlandschaft bestaunt werden. Nur wenige Schritte weiter geht es an das Schwarze Tor, das den Eingangspunkt zum Hauptstraßenkreuz der historischen Stadtmitte bildet und bei besagtem Fasnetsauftakt eine wichtige Rolle spielt.
In fußläufiger Entfernung steht der Kapellenturm im gotischen Baustil. Die Anfänge dieses Kirchengebäudes sowie des Schwarzen Tors reichen wohl bis ins 13. Jahrhundert zurück.
Zuletzt der knapp fünfzig Meter hohe Wasserturm am Stadtrand, wo jährlich von Ende Juli bis Mitte August das Rottweiler Fest der Herzen aufblüht: Der sogenannte Ferienzauber bietet die perfekte Kulisse für gemütliche Sommerabende mit kühlen Drinks, leckerem Essen und Live-Musik.
Auch außerhalb des Stadtkerns, unweit der Türme und Veranstaltungen, wird es für Gäste mit dem Reisemobil in Rottweil nicht langweilig: Hier gibt es Optionen für sportliche Aktivitäten, Outdoor und Erholung. Direkt am Wohnmobilstellplatz befinden sich das K5 Kletterzentrum und ein Skatepark. Dazu kommt ein großes Freibad, in der Regel von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet. Zudem das Hallenbad Aqua Sol, welches auch eine Sauna bietet. Das ist allerdings im Sommer zwischenzeitlich geschlossen.
Auch Naturfreunde kommen auf ihre Kosten. Trotz angrenzender Straße bietet der Stellplatz am Stadion Zugang zu Wald und Feldern, die Rottweil großzügig umgeben. Von dort aus empfehlen sich ausgedehnte Spaziergänge oder Fahrradtouren, etwa zur nahegelegenen Eschach.
Auf dem Weg bietet das Naturgasthaus Bettlinsbad die Möglichkeit zur Verschnaufpause. Unmittelbar an der Eschach steht der Landgasthof Eckhof – perfekt, um sich zwischendurch zu stärken, an einem Ort, den friedliches Flussrauschen und Unberührtheit prägen.
Außer der Eschach fließt der Neckar durch Rottweil. Vom Stadtzentrum aus ist sein weites Tal fußläufig erreichbar. Dieser Gewerbestandort zeigt eindrucksvolle Industriebauten wie das Kraftwerk der Pulverfabrik Rottweil.
Gleichzeitig ist das Tal meist ein Ort der Ruhe, begleitet von leisem Flussrauschen – wenn nicht gerade die ein oder andere Hochzeit oder Party in den alten Industriegebäuden steigt.
Schon bald findet über dem Neckartal ein neues Highlight seinen Platz: Im Frühjahr 2026 soll dort die längste Hängebrücke des Südwestens eröffnet werden. Die sogenannte Neckarline wird mit einer sagenhaften Länge von 606 Metern die Rottweiler Innenstadt mit dem Standort des Testturms verbinden.
Rottweil liegt am Neckar zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb und zählt rund 25.000 Einwohner. Die älteste Stadt Baden-Württembergs verbindet mittelalterliches Flair mit modernen Attraktionen wie dem 246 Meter hohen Thyssenkrupp-Testturm. Reisemobilisten erwartet ein Stellplatz, von dem die Innenstadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen ist.
Info: Tourist-Info, Hauptstraße 21, 78628 Rottweil, Tel.: 0741/494208, www.tourismus-rottweil.de