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Reiseziele
Rund 1.200 Jahre Geschichte, eine bedeutende Hansetradition und ein nahezu kreisrunder mittelalterlicher Grundriss machen Soest zu einem echten Highlight in Westfalen.
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Die Stadt mit dem besonderen Namen
Soest überrascht Besucher nicht nur mit ihren historischen Bauwerken, sondern auch mit spannenden Anekdoten – etwa zur richtigen Aussprache ihres Namens oder zu einer außergewöhnlichen Darstellung des Abendmahls.
Das „oe“ in Soest wird wie ein langgezogenes O gesprochen. Das „e“ dient lediglich als westfälisches Dehnungs-E – ähnlich wie in Coesfeld. „Sööst“ sagen höchstens Neulinge, und meist nur ein einziges Mal. Danach heißt es „Sooost“. Darauf weist sogar eine Willkommenstafel am Bahnhof hin.
Auch Reisemobilisten sind in Soest gern gesehen. Zwei Stellplätze stehen zur Verfügung, beide jedoch nicht in städtischer Hand. Einer befindet sich am Freizeit- und Wellnessbad Aqua-Fun, etwa zweieinhalb Kilometer zu Fuß von der Tourist-Information in der historischen Teichsmühle entfernt. Der zweite Platz liegt am City-Motel, rund 750 Meter vom Zentrum entfernt. Von dort aus lässt sich die Altstadt bequem erkunden – zwischen Märkten, historischen Gassen und lebendiger Gegenwart. Fachwerkhäuser, enge Winkel und verwinkelte Straßen lassen die Geschichte von Soest lebendig werden, deren Ursprünge bis in die Jungsteinzeit zurückreichen.
Im Mittelalter spielte Soest eine zentrale Rolle im Städtebund der Hanse. Kaufleute aus der Stadt waren maßgeblich an dessen Gründung beteiligt und trugen zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. Bis heute prägen imposante Kirchen und historische Profanbauten die Silhouette von Soest. Besonders charakteristisch ist der Einsatz von Grünsandstein, der der Altstadt ein weltweit einzigartiges Erscheinungsbild verleiht.
Die mittelalterliche Stadtumwallung – der sogenannte Wall – ist zu etwa zwei Dritteln erhalten. Die angrenzenden Gräften laden vor allem im Frühling zu idyllischen Spaziergängen ein. Für Besucher, die sich einen Überblick verschaffen möchten, bietet die Tourist-Info einen Rundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten an. Geführte Altstadtspaziergänge starten regelmäßig samstags am Nachmittag.

Foto: fuertefoto auf Pixabay
Der klassische Rundgang beginnt im Zentrum der Altstadt. Hier steht unter anderem das barocke Rathaus, erbaut zwischen 1713 und 1716. Auffällig ist seine neunbogige Halle an der Westseite, über der sich die Sankt-Patroklus-Kirche erhebt. Der mächtige Turm, auch „Turm Westfalens“ genannt, erinnert an die große Bedeutung von Soest im Mittelalter. Die romanische Kirche entstand nach dem Jahr 965 und beherbergt heute unter anderem das berühmte Wurzel-Jesse-Fenster im Dom-Museum sowie beeindruckende Apsismalereien.
Nur wenige Schritte entfernt liegt die Nikolai-Kapelle aus dem 12. Jahrhundert, die dem Schutzpatron der Reisenden gewidmet ist. Eine Altartafel aus der Schule des Meisters Conrad von Soest zählt zu ihren Besonderheiten. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe befindet sich St. Petri – die älteste Kirchengründung Westfalens mit Ursprüngen im 8. Jahrhundert. Der gotische Chor und der barocke Turmhelm zeugen von mehreren Bauphasen, während die Kaiserempore im Inneren von der einstigen Bedeutung der Stadt berichtet.
Auf dem Weg zum Großen Teich führt der Spaziergang durch den Theodor-Heuss-Park, der heute als grüne Oase mitten in Soest gilt. Am nördlichen Rand der Altstadt ragt die imposante Wiesenkirche St. Maria zur Wiese empor – eine der schönsten spätgotischen Hallenkirchen Deutschlands. Im Inneren beeindrucken Tafelmalereien sowie das berühmte Westfälische Abendmahl-Fenster aus der Zeit um 1500. Statt klassischem Brot und Wein zeigt es regionale Spezialitäten wie Schinken, Bier und Pumpernickel auf dem Tisch.
Über Wiesenstraße und Hohe Gasse erreichen Besucher die Hohnekirche St. Maria zur Höhe aus dem frühen 13. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind die kunstvollen Wand- und Deckenmalereien sowie Deutschlands einziges Scheibenkreuz.
Am Osthofentor, dem einzigen erhaltenen Stadttor der mittelalterlichen Befestigung, befindet sich ein Museum zur Stadtgeschichte. Eine außergewöhnliche Sammlung von rund 25.000 mittelalterlichen Armbrustbolzen macht den Besuch weltweit einzigartig. Direkt daneben beginnt die historische Wallmauer, die einst eine Altstadtfläche von über 100 Hektar umschloss. Heute laden die erhaltenen Abschnitte zu Spaziergängen entlang der alten Verteidigungsanlagen ein.
Der Rundgang führt weiter zum Burghofmuseum in einem Patrizierhaus von 1559 mit Ausstellungen zur Kunst- und Stadtgeschichte. Gleich dahinter steht das Romanische Haus – eines der ältesten Wohngebäude zwischen Rhein und Weser. Im nahegelegenen Bergenthalpark lebte der Künstler und Philosoph Hugo Kükelhaus mehrere Jahrzehnte und gestaltete dort sein außergewöhnliches „unbezahlbares Haus“.
Nach einem erlebnisreichen Tag durch Soest bietet sich eine Einkehr im traditionsreichen Brauhaus Zwiebel an. Dort stehen regionale Spezialitäten wie Bier, Schinken und Pumpernickel auf der Karte. Alternativ lässt sich der Abend entspannt am Stellplatz ausklingen – ganz gleich, wo in Soest man sich niederlässt. Und zum Abschluss heißt es dann ganz westfälisch: Proest.
Soest ist eine historische Hansestadt in Westfalen mit rund 47.000 Einwohnern und einem nahezu kreisrunden mittelalterlichen Stadtgrundriss.
Die Altstadt begeistert mit Kirchen aus Grünsandstein, Fachwerkhäusern, alten Stadtmauern und idyllischen Parks.
Info: Tourist Information Soest, Teichsmühlengasse 3, 59494 Soest, Tel.: 02921 1036110,
www.soest.de